ERP-Alternativen zu Xentral, Sage und Haufe X360: 8 ERP-Systeme im Vergleich

Wer ein neues ERP-System sucht, stößt im deutschen Mittelstand schnell auf Xentral, Sage 100 oder Haufe X360. Alle drei Lösungen decken wichtige Unternehmensprozesse ab, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Gerade für Handelsunternehmen lohnt es sich deshalb, weitere ERP-Alternativen in die Auswahl einzubeziehen.

Denn im Großhandel, technischen Handel, Außenhandel und Versandhandel reichen klassische Funktionen für Einkauf, Verkauf und Buchhaltung häufig nicht aus. Komplexe Lagerprozesse, kundenspezifische Preise, unterschiedliche Beschaffungswege, EDI, B2B-E-Commerce und internationale Warenbewegungen erhöhen die Anforderungen an die Warenwirtschaft deutlich.

Welche ERP-System-Alternativen geeignet sind, hängt deshalb weniger davon ab, welches System allgemein die meisten Funktionen besitzt. Entscheidend ist, wie gut die Software die tatsächlichen Geschäftsprozesse Ihres Unternehmens unterstützt.

In diesem Vergleich betrachten wir acht relevante Lösungen: SOG ERP, Xentral, Sage 100, Haufe X360, weclapp, JTL, SAP Business One und proALPHA. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, einen Anbieter pauschal zum besten ERP-System zu erklären. Vielmehr zeigen wir, welche Lösung für welches Unternehmensprofil besonders interessant sein kann.

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ERP-Alternativen im Vergleich: 8 ERP-Systeme

Das Wichtigste im Überblick

Problem: ERP-Alternativen unterscheiden sich gerade im Handel bei Lagerprozessen, Integrationen, Konditionen und E-Commerce deutlich.

Kernaussage: Die passende Lösung ergibt sich aus den tatsächlichen Abläufen und Anforderungen, nicht aus einer allgemeinen Rangfolge.

Praxisnutzen: Acht Systeme werden nach neun gewichteten Kriterien und passenden Unternehmensprofilen verglichen.

Einordnung: Die Punktwerte sind eine redaktionelle Bewertung für mittelständische Handelsunternehmen und ersetzen keine individuelle Analyse.

Voraussetzung: Definieren Sie konkrete Szenarien für Warenwirtschaft, Lager, B2B-Prozesse und Betriebsmodell, bevor Sie Anbieter bewerten.

Inhaltsverzeichnis

Warum Unternehmen nach ERP-Alternativen suchen

Ein ERP-Wechsel beginnt selten mit der Suche nach einem bestimmten Hersteller. Größtenteils entstehen zunächst konkrete Herausforderungen im Tagesgeschäft. Bestände stimmen nicht zuverlässig, Warenwirtschaft und Lager arbeiten mit getrennten Datenbeständen, Aufträge müssen manuell übertragen werden oder individuelle Kundenkonditionen lassen sich nur über Umwege abbilden.

Typische Gründe für die Suche nach ERP-Alternativen sind:

  • steigende Anforderungen an Warenwirtschaft und Lager
  • wachsende Auftrags-, Artikel- oder Transaktionszahlen
  • Medienbrüche zwischen ERP, WMS, Online-Shop und Finanzwesen
  • fehlende Automatisierung im Einkauf oder Verkauf
  • komplexere B2B-Preis- und Konditionsmodelle
  • steigende Anforderungen im Außenhandel
  • begrenzte Skalierbarkeit des bestehenden Systems
  • zusätzliche E-Commerce- und Multichannel-Anforderungen
  • neue Anforderungen an Cloud-Betrieb und mobiles Arbeiten

Gerade Handelsunternehmen sollten deshalb nicht nur klassische ERP-Funktionen vergleichen. Warenwirtschaft, Lagerlogistik, Einkauf, Vertrieb und E-Commerce müssen möglichst durchgängig zusammenspielen.

Sie möchten Ihre bestehende Prozess- und Systemlandschaft genauer analysieren?

Mit dem Software-Potenzial-Check finden Sie in wenigen Minuten heraus, wo Ihre Prozesse und Systeme bereits gut aufgestellt sind und in welchen Bereichen Optimierungspotenzial besteht.

Welche ERP-Alternativen gibt es zu Xentral, Sage und Haufe X360?

Der Markt bietet verschiedene Systemtypen:

SOG ERP richtet sich insbesondere an mittelständische Handelsunternehmen mit komplexer Warenwirtschaft und Lagerlogistik. Einkauf, Verkauf, Lager, Versand und E-Commerce werden über eine gemeinsame Systemarchitektur verbunden. Das integrierte SOG WMS spielt dabei eine zentrale Rolle.

Xentral legt einen starken Schwerpunkt auf Handelsunternehmen, E-Commerce und automatisierte Prozesse. Der Anbieter verbindet Verkauf, Lager und kaufmännische Abläufe und bietet mehr als 200 Integrationen zu Shops, Marktplätzen und weiteren Anwendungen.

Sage 100 ist breiter und branchenübergreifender aufgestellt. Die Lösung verbindet unter anderem Warenwirtschaft, Rechnungswesen, CRM und Produktion und richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen.

Haufe X360 kombiniert eine konsequente Cloud-Ausrichtung mit Funktionen für Großhandel, technischen Großhandel und Produktion.

weclapp ist ebenfalls ein Cloud-ERP und verbindet unter anderem Warenwirtschaft, CRM, Buchhaltung und E-Commerce. Der Anbieter adressiert ausdrücklich auch Großhandelsunternehmen.

JTL besitzt einen besonders starken Schwerpunkt auf E-Commerce, Multichannel, Versand und Lager. JTL-Wawi und JTL-WMS bilden dabei ein eng miteinander verbundenes Ökosystem.

SAP Business One deckt Finanzen, Einkauf, Verkauf, Bestände, CRM, Reporting sowie Produktions- und Materialbedarfsprozesse ab und richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen.

proALPHA erweitert das Vergleichsfeld um einen Anbieter mit ausgeprägter Stärke in Produktion und industriellen Prozessen. Gleichzeitig bietet proALPHA inzwischen auch eine eigene Lösung für den Großhandel mit Bestandsführung, Disposition und mobilen Lagerprozessen.

ERP-Alternativen im direkten Vergleich

Für den Vergleich betrachten wir neun Kriterien, die insbesondere für mittelständische Handelsunternehmen relevant sind.

Die Bewertung erfolgt auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten. 10 Punkte stehen für eine besonders hohe Eignung im jeweiligen Bereich.

Die Punktwerte sind eine redaktionelle Einordnung auf Basis öffentlich dokumentierter Funktionen und der jeweiligen Positionierung der Anbieter. Sie ersetzen keine individuelle Prozess- und Anforderungsanalyse.

KriteriumGewichtungSOG ERPXentralSage 100Haufe X360weclappJTLSAP Business OneproALPHA
Handelsfokus18 %9,58,58,08,58,58,58,08,0
WMS und Lagerlogistik16 %9,57,57,08,07,58,57,58,0
Integration der Geschäftsbereiche16 %9,58,57,58,58,07,59,09,5
B2B-Prozessunterstützung12 %9,08,07,58,57,56,58,58,5
ERP-Funktionsumfang10 %9,08,09,09,08,07,09,59,5
E-Commerce und Multichannel10 %8,59,57,58,59,010,07,56,5
Skalierbarkeit8 %8,58,58,59,08,08,09,59,5
Cloud-Fokus5 %7,510,08,010,010,08,08,08,0
Fertigung5 %5,54,09,59,08,06,08,510,0
Gesamtbewertung100 %8,98,27,98,68,27,98,48,5

Die Tabelle zeigt bewusst keine Dominanz eines Systems in allen Kategorien.

SOG ERP erreicht in diesem Vergleich die höchste gewichtete Gesamtbewertung, weil Handelsfokus, WMS, Integration und B2B-Prozesse zusammen 62 Prozent der Bewertung ausmachen. Genau diese Bereiche sind für komplexe Handelsunternehmen besonders relevant.

In anderen Szenarien kann das Ergebnis deutlich anders aussehen.

proALPHA erreicht bei Fertigung den höchsten Wert. SAP Business One und proALPHA schneiden beim allgemeinen ERP-Funktionsumfang und bei der Skalierbarkeit besonders stark ab. JTL führt beim E-Commerce, Xentral, Haufe X360 und weclapp beim Cloud-Fokus.

Damit wird deutlich: Die Gesamtbewertung ist immer im Zusammenhang mit der betrachteten Zielgruppe zu verstehen.

Gilt dieses Ranking für Ihr Unternehmen?

Finden Sie in nur 2 Minuten heraus, ob SOG ERP grundsätzlich zu Ihrem Geschäftsmodell und Ihren Anforderungen passt.

1. SOG ERP für komplexe Handels- und Lagerprozesse

SOG ERP ist auf Handelsunternehmen ausgerichtet und verbindet zentrale Prozesse aus Einkauf, Verkauf, Lager, Versand und E-Commerce. Der Schwerpunkt liegt insbesondere auf Großhandel, technischem Handel, Außenhandel und weiteren Unternehmen mit anspruchsvoller Warenwirtschaft.

Wo liegen die Stärken von SOG ERP?

Ein wesentlicher Unterschied zu vielen allgemein ausgerichteten ERP-Systemen liegt im Handelsfokus.

Für Großhändler sind etwa flexible Preise und Konditionen, Disposition, EDI, Mehrlagerfähigkeit und die enge Verbindung von Warenwirtschaft und Lager relevant.

Hinzu kommen spezielle Funktionen für den Außenhandel. Dazu gehören unter anderem die Verarbeitung von Intrastat-relevanten Daten sowie die Berücksichtigung von Währungs-, Steuer- und Zollvorgaben.

Besonders wichtig ist das integrierte SOG WMS. Warenwirtschaft und Warehouse Management arbeiten auf einer gemeinsamen Datenbasis. Dadurch können Bestände und Lagerbewegungen unmittelbar in die Warenwirtschaft einfließen. Für den technischen Handel nennt SOG unter anderem Echtzeit-Lagerbestände, Scanner-Unterstützung und die digitale Abwicklung von Lageraufträgen.

Für wen eignet sich SOG ERP besonders?

SOG ERP ist vor allem interessant für:

  • mittelständische Handelsunternehmen
  • Großhändler
  • technischen Handel
  • Außen- und Importhandel
  • Versandhandel
  • Unternehmen mit eigenem Lager
  • Unternehmen mit anspruchsvollen B2B-Prozessen
  • Unternehmen mit komplexen Warenwirtschaftsprozessen

Je stärker Einkauf, Verkauf, Lager und B2B-Prozesse miteinander verzahnt sind, desto relevanter wird dieser Spezialisierungsgrad.

Wann ist SOG ERP weniger geeignet?

SOG ist nicht für jedes Unternehmensprofil die naheliegendste Wahl.

Für sehr kleine Unternehmen mit wenigen Anwendern und einfachen Standardprozessen können schlankere Cloud-Systeme wirtschaftlicher sein.

Auch reine Dienstleistungsunternehmen ohne relevante Warenwirtschaft und Lagerlogistik profitieren nur begrenzt vom Handelsfokus.

Bei umfangreicher Produktionsplanung und komplexer Fertigungssteuerung sind Lösungen wie proALPHA, Sage 100 oder Haufe X360 stärker positioniert. proALPHA adressiert unter anderem ausdrücklich Fertigungsunternehmen, Sage bietet eigene Produktionslösungen und Haufe X360 deckt Produktionsplanung, Stücklisten und Qualitätsmanagement ab.

Für international organisierte Großkonzerne mit einer bereits global etablierten SAP-Architektur kann wiederum eine Lösung aus dem SAP-Umfeld sinnvoller sein.

SOG Großhandel

SOG ERP für den Großhandel kennenlernen

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2. Xentral für E-Commerce und digital ausgerichtete Handelsunternehmen

Xentral positioniert sich heute klar als ERP für Handelsunternehmen und verbindet Verkauf, Lager und kaufmännische Abläufe. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf E-Commerce und Integrationen. Der Anbieter nennt mehr als 200 Schnittstellen und Integrationen.

Wo liegen die Stärken von Xentral?

Xentral eignet sich besonders für Unternehmen mit vielen digitalen Vertriebswegen.

Shops, Marktplätze, Fulfillment-Anbieter, Zahlungsdienstleister und weitere Systeme können angebunden werden. Bestände und Aufträge können kanalübergreifend verarbeitet werden.

Auch Lagerfunktionen sind Bestandteil des Systems. Xentral unterstützt mehrere Lager, Pick-and-Pack-Prozesse, Scan-Kontrollen und Retouren.

Für wen eignet sich Xentral besonders?

Xentral ist eine interessante ERP-Alternative für:

  • E-Commerce-Unternehmen
  • B2C- und B2B-Handelsunternehmen
  • Unternehmen mit mehreren Verkaufskanälen
  • schnell wachsende digitale Marken
  • Unternehmen mit konsequentem Cloud-Fokus

Besonders stark ist Xentral, wenn viele Plattformen und Anwendungen schnell in eine zentrale Auftragsabwicklung eingebunden werden sollen.

Bei sehr tiefen Großhandels-, Außenhandels- oder WMS-Anforderungen sollte dagegen im Auswahlprozess geprüft werden, ob die gewünschte Prozesstiefe vollständig abgebildet wird.

3. Sage 100 als breit aufgestelltes ERP für den Mittelstand

Sage 100 verfolgt einen breiten ERP-Ansatz. Die Lösung richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen und deckt unter anderem Warenwirtschaft, Rechnungswesen, CRM, E-Commerce, Projektmanagement und Produktion ab.

Wo liegen die Stärken von Sage 100?

Eine wichtige Stärke ist die breite kaufmännische Abdeckung.

Die Warenwirtschaft verbindet Auftragsbearbeitung, Bestellwesen und Lagerverwaltung.

Deutlich stärker als SOG ist Sage beim Thema Fertigung positioniert. Sage 100 verfügt über eigene Produktionsfunktionen und verbindet diese mit den übrigen Unternehmensbereichen.

Für wen eignet sich Sage 100 besonders?

Sage 100 kommt insbesondere infrage für:

  • kleine und mittelständische Unternehmen
  • Unternehmen mit breitem kaufmännischem Funktionsbedarf
  • Unternehmen mit Warenwirtschaft und Produktion
  • klassische Mittelständler mit unterschiedlichen Geschäftsbereichen

Für reine Großhändler kann die branchenübergreifende Ausrichtung allerdings bedeuten, dass spezielle Handels- oder Logistikprozesse genauer geprüft werden müssen.

4. Haufe X360 als Cloud-ERP für Handel und Produktion

Haufe X360 gehört zu den stärksten Alternativen in diesem Vergleich.

Der Anbieter positioniert die Lösung ausdrücklich für den Großhandel und technischen Großhandel. Zu den genannten Funktionsbereichen gehören Lager und Logistik, E-Commerce, CRM, Finanzen, Produktion, Beschaffung und Disposition.

Wo liegen die Stärken von Haufe X360?

Ein wesentlicher Vorteil ist die konsequente Cloud-Architektur.

Gleichzeitig besitzt Haufe X360 einen breiten Funktionsumfang und adressiert auch Produktionsunternehmen. Materialwirtschaft, Produktionsplanung, Qualitätsmanagement, Bestandsverwaltung und Finanzmanagement können innerhalb der Lösung abgebildet werden.

Damit ist Haufe X360 besonders interessant für Unternehmen, bei denen Handel und Produktion zusammenkommen.

Für wen eignet sich Haufe X360 besonders?

Haufe X360 passt insbesondere zu:

  • cloudorientierten Mittelständlern
  • Großhändlern
  • technischem Großhandel
  • Unternehmen mit Handels- und Fertigungsprozessen
  • Unternehmen mit breitem ERP-Anforderungsspektrum

Im Vergleich zu SOG sollte insbesondere geprüft werden, wie tief die spezifischen Warenwirtschafts- und Lagerprozesse des Unternehmens abgebildet werden müssen.

5. weclapp als Cloud-ERP für Handel und wachsende KMU

weclapp verbindet CRM, Warenwirtschaft, Buchhaltung und weitere Unternehmensbereiche auf einer Cloud-Plattform. Zusätzlich positioniert sich der Anbieter ausdrücklich für den Großhandel.

Wo liegen die Stärken von weclapp?

Eine zentrale Stärke ist die konsequente Cloud-Ausrichtung.

Für E-Commerce-Unternehmen verbindet weclapp unter anderem Warenwirtschaft, Lagerverwaltung, CRM und Buchhaltung.

Dadurch kann die Lösung speziell für Unternehmen interessant sein, die verschiedene Standardprozesse in einer zentralen Cloud-Anwendung zusammenführen möchten.

Für wen eignet sich weclapp besonders?

weclapp passt vor allem zu:

  • kleinen und mittelständischen Unternehmen
  • wachsenden Handelsunternehmen
  • Großhändlern mit überwiegend standardisierten Abläufen
  • E-Commerce-Unternehmen
  • Unternehmen mit starkem Cloud-Fokus

Bei sehr komplexen Lager-, Außenhandels- oder B2B-Prozessen sollte die benötigte Prozesstiefe im Auswahlverfahren konkret geprüft werden.

6. JTL als ERP-Alternative für E-Commerce und Multichannel

JTL nimmt innerhalb des Vergleichs eine besondere Position ein.

Das Ökosystem ist besonders stark auf E-Commerce ausgerichtet. Mit JTL-Wawi werden Artikel, Aufträge, Lagerbestände und Verkaufskanäle zentral verwaltet. JTL-WMS ergänzt die Warenwirtschaft um spezialisierte Lagerprozesse.

Wo liegen die Stärken von JTL?

Besonders ausgeprägt sind:

  • E-Commerce
  • Multichannel-Vertrieb
  • Marktplatzanbindungen
  • Auftragsmanagement
  • Lager und Versand
  • Pick-and-Pack-Prozesse

Damit erzielt JTL im Vergleich die höchste Bewertung im Bereich E-Commerce und Multichannel.

Für wen eignet sich JTL besonders?

JTL ist interessant für:

  • Onlinehändler
  • Multichannel-Händler
  • Amazon- und eBay-Händler
  • Händler mit eigenem Online-Shop
  • Unternehmen mit hohem Versandvolumen
  • wachsende E-Commerce-Unternehmen

Für klassische B2B-Großhändler mit sehr komplexen Konditionen, Außenhandel, Finanzprozessen und tiefen kaufmännischen Anforderungen kann dagegen ein breiter aufgestelltes ERP geeigneter sein.

7. SAP Business One als ERP-Alternative mit breitem Funktionsumfang

SAP Business One richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen und deckt zentrale Unternehmensprozesse von Finanzwesen über Einkauf, Bestand und Vertrieb bis zu CRM und Reporting ab.

Weiterhin unterstützt SAP Business One Lagerprozesse sowie Produktions- und MRP-Funktionen. MRP steht für Material Requirements Planning und bezeichnet die systematische Ermittlung des Materialbedarfs für Produktion und Beschaffung.

Wo liegen die Stärken von SAP Business One?

Die Stärken liegen insbesondere bei:

  • breitem ERP-Funktionsumfang
  • Einkauf und Verkauf
  • Finanzwesen
  • Bestandsmanagement
  • Reporting und Analyse
  • Produktion und Materialbedarfsplanung
  • Skalierbarkeit
  • SAP-nahen Systemlandschaften

Für wen eignet sich SAP Business One besonders?

SAP Business One ist eine interessante ERP-Alternative für:

  • mittelständische Unternehmen
  • Unternehmen mit breitem ERP-Bedarf
  • Unternehmen mit Handels- und Produktionsprozessen
  • Unternehmen mit Nähe zum SAP-Ökosystem

Für Unternehmen, deren Schwerpunkt sehr stark auf spezialisierten deutschen Großhandels- und WMS-Prozessen liegt, sollte jedoch geprüft werden, welche Funktionen standardmäßig verfügbar sind und welche über Partnerlösungen ergänzt werden müssen.

8. proALPHA für Großhandel und produzierenden Mittelstand

proALPHA wird häufig mit Fertigungsunternehmen verbunden, ist aber inzwischen auch als ERP-Alternative für Großhändler relevant.

Der Anbieter verfügt über eine eigene Großhandelslösung und nennt unter anderem optimierte Bestandsführung, KI-gestützte Disposition, mobile Lagerlösungen, CRM, Online-Handel und Lieferkettensteuerung.

Wo liegen die Stärken von proALPHA?

Die größten Stärken liegen dennoch im breiten ERP-Funktionsumfang und in der Fertigung.

proALPHA richtet sein Portfolio unter anderem auf Fertigung, Handel und Dienstleistungen aus. Bei industriellen Szenarien können Angebote, Einkauf, Lager, Fertigung und Finanzen innerhalb einer ERP-Lösung verbunden werden.

Damit erzielt proALPHA im Vergleich den höchsten Wert im Bereich Fertigung.

Für wen eignet sich proALPHA besonders?

proALPHA ist besonders interessant für:

  • produzierende Mittelständler
  • Unternehmen mit komplexer Fertigung
  • technische Hersteller
  • Großhändler mit zusätzlichen Produktionsprozessen
  • Unternehmen mit anspruchsvoller Material- und Ressourcenplanung
  • größere Mittelständler mit breitem ERP-Bedarf

Für klassische Handelsunternehmen ohne nennenswerten Fertigungsanteil kann eine stärker auf Warenwirtschaft und Handel spezialisierte Lösung hingegen zielgerichteter sein.

Welche ERP-Alternative passt zu welchem Unternehmen?

Die höchste Gesamtpunktzahl ist nicht automatisch die beste Entscheidungsgrundlage.

Entscheidend ist das eigene Geschäftsmodell.

UnternehmensprofilBesonders relevante ERP-Systeme
Komplexer mittelständischer GroßhandelSOG ERP, Haufe X360, proALPHA, SAP Business One
Technischer HandelSOG ERP, Haufe X360, proALPHA
Großhandel mit anspruchsvoller LagerlogistikSOG ERP, JTL, proALPHA prüfen
Außenhandel und ImportSOG ERP, SAP Business One prüfen
E-Commerce und MultichannelJTL, Xentral, weclapp
Stark wachsender OnlinehandelXentral, JTL, weclapp
Cloud-first UnternehmenXentral, Haufe X360, weclapp
Handel und FertigungproALPHA, Sage 100, Haufe X360, SAP Business One
Produzierender MittelstandproALPHA, Sage 100, Haufe X360
Breiter ERP-Bedarf im MittelstandSAP Business One, proALPHA, Haufe X360, Sage 100
Sehr kleines Unternehmen mit einfachen ProzessenXentral, JTL oder weclapp prüfen
Reines DienstleistungsunternehmenAndere ERP-Kategorie oder weclapp prüfen
Konzern mit globaler SAP-StrategieSAP-Systemlandschaft prüfen

Diese Einordnung verdeutlicht einen wichtigen Punkt: ERP-System-Alternativen sollten nicht abstrakt miteinander verglichen werden, sondern anhand konkreter Prozesse und Anforderungen.

SOG ERP Muster-Lastenheft

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  • Strukturierte Erfassung Ihrer Anforderungen: Halten Sie alle relevanten Kriterien systematisch fest.
  • Vergleichbarkeit von ERP-Anbietern: Bewerten Sie verschiedene Lösungen anhand einheitlicher Kriterien
  • Risikominimierung bei der ERP-Einführung: Vermeiden Sie Fehlentscheidungen durch klare Muss- und Kann-Kriterien

Welche ERP-Alternative eignet sich besonders für den Großhandel?

Bei Großhändlern gewinnen Kriterien an Bedeutung, die in klassischen ERP-Vergleichen häufig zu wenig berücksichtigt werden.

Dazu gehören beispielsweise:

  • flexible Kundenpreise und Konditionen
  • Lieferanten- und Beschaffungsmanagement
  • Bedarfsplanung und Disposition
  • Echtzeitbestände
  • mehrere Lagerorte
  • Chargen-, Partien- und Seriennummern
  • EDI
  • B2B-E-Commerce
  • Retouren
  • Scanner-Prozesse
  • Kommissionierung
  • Außenhandelsprozesse
  • Zollabwicklung
  • Direkt- und Streckengeschäfte

Je komplexer diese Abläufe werden, desto wichtiger wird der Handelsfokus eines ERP-Systems.

SOG ERP erreicht deshalb im Vergleich die höchste Bewertung beim Handelsfokus. Die Lösung verbindet zentrale Prozesse aus Einkauf, Verkauf, Lager, Versand und E-Commerce und richtet sich explizit auf Großhandel und weitere Handelsformen aus.

Gleichzeitig sollten Haufe X360, proALPHA und SAP Business One nicht außer Acht gelassen werden, wenn neben klassischen Handelsprozessen weitere Anforderungen wie Produktion, internationale Strukturen oder ein besonders breites ERP-Spektrum hinzukommen.

ERP und WMS gemeinsam betrachten

Ein wichtiger Punkt bei der Auswahl von ERP-Alternativen ist die Lagerlogistik.

Das klassische ERP-Lagermodul verwaltet hauptsächlich Bestände, Lagerorte und Warenbewegungen.

Ein Warehouse-Management-System, kurz WMS, geht darüber hinaus. Es steuert die operativen Abläufe innerhalb des Lagers, unter anderem Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung, Umlagerung, Inventur und Warenausgang.

Für Unternehmen mit kleineren und einfachen Lagern kann eine klassische Lagerverwaltung vollkommen ausreichend sein.

Mit steigender Auftragszahl, mehreren Lagerbereichen, mobilen Scannern und komplexeren Kommissionierstrategien gewinnt ein spezialisiertes WMS jedoch an Bedeutung.

Hier unterscheiden sich die betrachteten Anbieter deutlich.

SOG setzt auf ein vollständig integriertes WMS innerhalb der eigenen Systemlandschaft.

JTL bietet mit JTL-WMS ebenfalls eine spezialisierte Lagerlösung, die direkt in das eigene E-Commerce-Ökosystem eingebunden ist.

Xentral deckt unter anderem Multi-Warehouse, Scan-Kontrolle und Pick-and-Pack ab.

proALPHA nennt für den Großhandel mobile und scannerbasierte Lagerprozesse.

Deshalb sollte bei lagerintensiven Geschäftsmodellen nicht nur gefragt werden: Hat das ERP eine Lagerverwaltung?

Die bessere Frage lautet: Wie tief unterstützt das System unsere tatsächlichen Lagerprozesse?

Cloud-ERP oder flexibles Betriebsmodell?

Auch die gewünschte Betriebsform beeinflusst die Auswahl.

Xentral, Haufe X360 und weclapp besitzen einen besonders ausgeprägten Cloud-Fokus.

Das kann für Unternehmen attraktiv sein, die möglichst wenig eigene Infrastruktur betreiben möchten und ihre Software konsequent über die Cloud nutzen wollen.

Andere Systeme bieten stärker unterschiedliche Betriebsmodelle oder werden abhängig vom Projekt und der Systemlandschaft unterschiedlich bereitgestellt.

Deshalb sollte nicht pauschal gefragt werden, ob Cloud besser ist.

Entscheidend sind unter anderem:

  • bestehende IT-Infrastruktur
  • Integrationen
  • Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen
  • interne IT-Ressourcen
  • gewünschte Kontrolle über die Systemlandschaft
  • Update- und Betriebsstrategie
  • geplante Unternehmensentwicklung

Fertigung als bewusstes Differenzierungskriterium

Nicht jeder Großhändler ist ausschließlich Händler.

Gerade im technischen Handel gibt es Unternehmen, die Produkte konfigurieren, montieren, bearbeiten oder selbst herstellen.

Sobald Produktionsplanung, Kapazitäten, Arbeitspläne, Materialbedarfe oder umfangreiche Fertigungsaufträge eine zentrale Rolle spielen, verändert sich die ERP-Auswahl.

Hier liegen proALPHA, Sage 100 und Haufe X360 im Vergleich klar vor SOG ERP. proALPHA besitzt einen ausgeprägten Produktionsschwerpunkt, Sage bietet eigene Produktionsfunktionen und Haufe X360 deckt Produktionsplanung einschließlich Arbeitsplänen und Stücklisten ab.

SOG kann Stücklisten und handelsnahe Zusammenstellungen unterstützen, ist jedoch kein klassisches Produktions-ERP.

Diese Abgrenzung ist wichtig.

Ein Großhändler mit eigenem Lager und komplexem B2B-Geschäft hat andere Anforderungen als ein Maschinenbauer mit umfangreicher Fertigungsplanung.

E-Commerce und Multichannel als eigener Schwerpunkt

Auch beim E-Commerce unterscheiden sich die Systeme deutlich.

JTL erzielt hier die höchste Bewertung. Das gesamte Portfolio ist eng auf Onlinehandel, Marktplätze, Lager und Versand ausgerichtet.

Xentral folgt mit starkem E-Commerce-Fokus und zahlreichen Integrationen zu Shops, Marktplätzen, Zahlungsdienstleistern und weiteren Anwendungen.

Auch weclapp bietet eine starke Kombination aus Warenwirtschaft, Lager, CRM, Buchhaltung und E-Commerce.

Für Unternehmen, deren Geschäftsmodell überwiegend aus Onlinehandel und Marktplatzgeschäft besteht, können diese Lösungen deshalb geeigneter sein als ein stärker auf komplexe B2B-Handelsprozesse ausgelegtes ERP.

Die acht ERP-Systeme im Kurzprofil

SOG ERP Besonders geeignet für mittelständische Handelsunternehmen, Großhändler und technischen Handel mit komplexer Warenwirtschaft, anspruchsvollen B2B-Prozessen und eigener Lagerlogistik.

Xentral Starke Cloud-Lösung für E-Commerce, digitale Handelsunternehmen und Unternehmen mit vielen Verkaufskanälen und Integrationen.

Sage 100 Breit aufgestelltes Mittelstands-ERP mit Warenwirtschaft, Finanzwesen und deutlichen Stärken bei Produktionsanforderungen.

Haufe X360 Umfangreiches Cloud-ERP für Mittelständler mit Handels-, Großhandels- und Produktionsprozessen.

weclapp Cloud-ERP für kleinere und mittelständische Unternehmen mit Warenwirtschaft, CRM, Buchhaltung und E-Commerce.

JTL Sehr stark auf E-Commerce, Multichannel, Lager und Versand ausgerichtete Warenwirtschaft mit eigenem WMS.

SAP Business One Breites ERP für kleine und mittelständische Unternehmen mit Finanzen, Warenwirtschaft, Bestand, CRM, Reporting und Produktionsfunktionen.

proALPHA Umfangreiches ERP für den Mittelstand mit besonderer Stärke in Fertigung und industriellen Prozessen sowie eigener Ausrichtung auf den Großhandel.

Wie sollten ERP-Alternativen verglichen werden?

Reine Funktionslisten reichen für eine ERP-Entscheidung nicht aus.

Zwei Systeme können etwa beide Einkauf, Verkauf und Lager anbieten und sich in der praktischen Umsetzung dennoch erheblich unterscheiden.

Deshalb sollten Anbieter anhand konkreter Geschäftsszenarien bewertet werden.

Typische Fragen sind beispielsweise:

  • Wie wird aus einem Kundenauftrag ein Beschaffungsvorgang?
  • Wie werden kundenindividuelle Preise und Konditionen ermittelt?
  • Wie behandelt das ERP Teilverfügbarkeiten und Rückstände?
  • Wie werden mehrere Aufträge gleichzeitig kommissioniert?
  • Wie arbeiten ERP und WMS zusammen?
  • Wie werden Bestände zwischen ERP und Online-Shop synchronisiert?
  • Wie werden EDI-Prozesse abgewickelt?
  • Wie unterstützt das System Import und Außenhandel?
  • Wie werden Retouren verarbeitet?
  • Welche Prozesse lassen sich ohne individuelle Programmierung abbilden?

Gerade solche Szenarien zeigen deutlich schneller als lange Feature-Listen, ob eine ERP-Lösung tatsächlich zum Unternehmen passt.

Stephan Kizina

Stephan Kizina
Senior Sales Manager

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Welche ERP-Alternative ist die beste?

Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht.

Xentral ist besonders interessant für digital ausgerichtete Handelsunternehmen und E-Commerce-Geschäftsmodelle.

JTL besitzt klare Stärken im Onlinehandel, Multichannel und Versand.

weclapp eignet sich besonders für kleinere und mittelständische Unternehmen mit Cloud-Fokus und überwiegend standardisierten Prozessen.

Sage 100 ist ein breit aufgestelltes ERP mit deutlicher Stärke im Bereich Produktion.

Haufe X360 verbindet einen starken Cloud-Ansatz mit Funktionen für Großhandel und Fertigung.

SAP Business One ist interessant für mittelständische Unternehmen mit breitem ERP-Bedarf, Produktionsanforderungen oder Nähe zum SAP-Umfeld.

proALPHA ist besonders stark für produzierende Mittelständler und Unternehmen, bei denen Fertigung und Materialwirtschaft im Mittelpunkt stehen, adressiert aber ebenfalls den Großhandel.

SOG ERP erzielt in diesem Vergleich die höchste Gesamtbewertung, weil die gewählten Kriterien auf mittelständische Handelsunternehmen mit anspruchsvoller Warenwirtschaft, B2B-Prozessen und Lagerlogistik ausgerichtet sind.

Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass SOG das beste ERP-System für jedes Unternehmen ist.

SOG passt besonders gut zu:

  • mittelständischen Handelsunternehmen
  • Großhändlern
  • technischem Handel
  • Unternehmen mit eigenem Lager
  • Unternehmen mit komplexen Warenwirtschaftsprozessen
  • Unternehmen mit anspruchsvollen B2B-Prozessen

Weniger geeignet ist die Lösung dagegen für:

  • sehr kleine Unternehmen mit einfachen Abläufen
  • reine Dienstleistungsunternehmen
  • Unternehmen mit ausgeprägtem Produktionsschwerpunkt
  • große Konzerne mit weltweit standardisierter SAP-Systemlandschaft

Diese Abgrenzung ist für eine seriöse ERP-Auswahl genauso wichtig wie die Darstellung der Stärken.

Fazit: ERP-Alternativen anhand der eigenen Prozesse auswählen

Xentral, Sage 100 und Haufe X360 sind nur drei von mehreren relevanten ERP-Systemen für den Mittelstand.

Mit SOG ERP, weclapp, JTL, SAP Business One und proALPHA stehen weitere ERP-Alternativen zur Verfügung, die teilweise völlig unterschiedliche Schwerpunkte verfolgen.

Für stark E-Commerce-orientierte Geschäftsmodelle sind insbesondere JTL und Xentral interessant. Cloud-orientierte Mittelständler sollten Haufe X360 und weclapp genauer betrachten. Bei umfangreichen Fertigungsanforderungen gehören proALPHA und Sage 100 zu den relevanten Kandidaten. SAP Business One bietet sich für Unternehmen mit breitem ERP-Bedarf und SAP-Nähe an.

Für mittelständische Handelsunternehmen, Großhändler und den technischen Handel mit anspruchsvollen Warenwirtschafts- und Lagerprozessen gehört SOG ERP dagegen zu den besonders relevanten ERP-System-Alternativen.

Entscheidend ist letztlich nicht, welcher Anbieter die längste Funktionsliste besitzt. Entscheidend ist, welches ERP Ihre tatsächlichen Abläufe möglichst vollständig unterstützt und dabei zur Größe, Strategie und Prozessstruktur Ihres Unternehmens passt.

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Der SOG Potenzial-Check geht anschließend tiefer und betrachtet Ihre Anforderungen und mögliche Optimierungspotenziale detaillierter.

Wenn Sie bereits konkrete Anforderungen definiert haben, können Sie diese auch direkt in einem persönlichen Beratungstermin mit SOG besprechen.

Stephan Kizina

Stephan Kizina
Senior Sales Manager

Welche ERP-Lösung passt zu Ihren Prozessen?

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